Unsere Empfehlungen

 

Ein bewegendes, vielschichtiges, sehr gelungenes Debüt:

 

Einen einzigen glücklichen Sommer haben sie miteinander verbracht. Vitali der junge Bauernsohn und seine große Liebe Lempi, die Tochter des Kaufmanns aus der kleinen Stadt Rovaniemi in Lappland. Im Herbst 1943 wird Vitali eingezogen und muss in den Krieg ziehen. Seine junge Frau bleibt mit der Magd Elli auf dem Hof zurück. Bei seiner Rückkehr ist nichts mehr so, wie zuvor. Das Dorf ist zerstört, die Menschen vertrieben und Lempi ist fort. Ihre Zwillingsschwester soll mit einem Offizier nach Deutschland gegangen sein. Nur Elli wartet auf die Rückkehr des Bauern, schon lange hegt sie eine heimliche Liebe zu ihm. Jetzt, nach Lempis Verschwinden, macht sie sich Hoffnung deren Stelle einzunehmen.

Vor dem Hintergrund des finnischen Lapplandkrieges er zählt Rytisalo vielschichtig und bewegend von einer großen Liebe, ein mehr als gelungenes Debüt.

Tine Griesbeck

 

 

 

___________________________________

 

 

 

Unbedingt lesen!

'Alle außer mir' handelt von der italienischen Lehrerin Ilaria Profeti, vor deren Tür eines Abends ein junger, geflüchteter Äthiopier steht, der behauptet mit ihr verwandt zu sein. Nach der überraschenden Begegnung mit ihrem bis dahin unbekannten, farbigen Neffen, beginnt sie mit Nachforschungen über die faschistische Vergangenheit ihres Vater, der für Mussolini in Afrika tätig war.

Melandris Roman ist eine spannende, gut recherchierte Familiengeschichte, die sich über drei Generationen erstreckt. Die Autorin offenbart dem Leser schonungslose Einblicke in Italiens Kolonialgeschichte sowie die aktuelle Flüchtlingspolitik.

Unbedingt lesen!

Silvia Ulbrich

 

 

___________________________________

 

 

 

Außerordentlich spannend:

Leni ist glücklich: Sie hat bei einem Verlag in Hamburg einen Praktikumslatz ergattert und über eine private Zimmervermittlung eine Bleibe in einer noblen Villa gefunden. In ihrer Zimmernachbarin hat das schüchterne Mädchen schnell eine Freundin gefunden und alles scheint bestens zu laufen. Doch dann ist ihre neue Freundin am nächsten Morgen spurlos verschwunden. Leni erscheint das sehr merkwürdig und beginnt Nachforschungen anzustellen. Ohne es zu ahnen begibt sie sich damit selbst in große Gefahr ...

Tine Griesbeck

 

 

 

___________________________________

 

 

 

Ein wunderbares, sehr witziges Familienporträt

Ernest van der Kwast erzählt in seinem autobiografischem Roman 'Mama Tandoori' Episoden aus seinem Leben. Einem nicht ganz gewöhnlichem, holländischem Leben, denn seine Mutter ist Inderin. Eine zwar liebenswerte, aber doch sehr eigene Frau, die für sich und ihre Familie kämpft wie eine Löwin. Oft prallen zwei Welten aufeinander und Ernests Mutter bringt ihren Gegenüber nicht nur zur Verzweiflung, sondern auch zur Kapitulation.

Ein außergewöhnliches Porträt einer Familie - sehr kurzweilig und unterhaltsam.

Sarah Ulbrich

 

 

 

___________________________________

 

 

 

Eine Frau zwischen Wirklichkeit und Sehnsucht:

  • Olga

    Schlink, Bernhard

    Die Geschichte der Liebe zwischen einer Frau, die gegen die Vorurteile ihrer Zeit kämpft,... mehr

    Buch

    inkl. MwSt.
    zzgl. Versandkosten
    ab 20,00 EUR versandkostenfrei

    EUR 24,00

    sofort lieferbar

    inkl. MwSt.
    zzgl. Versandkosten
    ab 20,00 EUR versandkostenfrei

Bernhard Schlink erzählt die fiktive Lebensgeschichte der Olga Rink und ihrer lebenslangen, schwierigen Liebe zu Herbert Schröder. Schon als Kinder Ende des 19. Jahrhunderts freunden sich Olga und Herbert an. Damals ist es noch kein Problem, dass Herbert aus einer sozial höher gestellten Familie stammt. Als aber eine ernstzunehmende Jugendliebe daraus wird, müssen sie ihre Liebe verstecken. Auch später ist ein richtiges Zusammenleben als Mann und Frau undenkbar. Zum einen wegen des Ständeunterschieds, zum anderen weil Herbert seine Freiheit braucht. Zunächst um als Soldat nach Afrika zu gehen und später um seine Abenteuerreisen und Expeditionen in fremde Länder zu unternehmen. Herbert ist immer nur zwischen seinen Reisen bei Olga, die sich notgedrungen aus Liebe mit der Situation arrangiert. Herbert erfährt nie, dass Eik, ein Junge, der bei Freunden von Olga aufwächst und um den sich Olga kümmert, in Wirklichkeit ihr gemeinsamer Sohn ist. Von seiner letzten Expedition, in die Arktis, kehr Herbert nie zurück. Olga wartet jahrelang auf Herbert, sie weiß zwar, dass er auf der Expedition umgekommen sein muss, kann es sich aber nicht eingestehen. In Gedanken ist sie weiterhin bei ihm, schreibt ihm sogar über Jahre hinweg Briefe.

Auch wenn Olgas Geschichte, bis auf das unvorhersehbare Ende, nie spektakulär ist, so ist man doch gefesselt. Schlinks Sprache gelingt es einen Sog zu entwickeln, dem man sich nur sehr schwer entziehen kann.

Sarah Ulbrich

 

___________________________________

 

 

 

Unser Herzensbuch in diesem Frühjahr:

Wie schon in ihrem ersten Roman „Was ich euch nicht erzählte“, 2016 bei dtv erschienen, beginnt auch Ngs neuer Roman mit einer Katastrophe. Das Haus der wohlhabenden, angesehenen Familie Richardson geht in Flammen auf. Izzy, die jüngste Tochter, hat das Feuer gelegt und ist danach spurlos verschwunden. Eindringlich und höchst spannend erzählt Ng wie es zu dem Familiendrama kommen konnte. Die Richardsons scheinen eine perfekte Familie zu sein. Der Vater, ein erfolgreicher Anwalt, die Mutter, Journalistin bei der örtlichen Tageszeitung und die vier Kinder im Teenager Alter führen ein privilegiertes Leben. Doch mit der Ankunft ihrer neuen Mieter, der Künstlerin Mia und ihrer Tochter Pearl, gerät die perfekte Fassade ins Wanken. Mias unkonventionelle Lebensweise fasziniert und beeindruckt die Familie gleichermaßen. Vor allem Issy, die in ihrer Familie als das schwarze Schaf gilt, fühlt sich in Mias Gesellschaft wohl und bewundert die junge Frau zutiefst. Doch Mias und Pearls Herkunft birgt ein Geheimnis. Als Mrs. Richardson Nachforschungen anstellt, löst sie Ereignisse aus, an deren Ende für alle Beteiligten nichts mehr ist wie zuvor.

Ein sehr fesselndes und bewegendes Buch. Unser Lieblingsbuch in diesem Frühjahr!

Tine Griesbeck

 

 

 

___________________________________

 

 

 

Unterhaltsam, pointiert, spannend:

Martin Kühn, Polizeibeamter, lebt mit seiner Familie in einem Münchner Außenbezirk, auf der Weberhöhe. Dort befand sich zu Zeiten des Krieges eine Munitionsfabrik, die, wie sich nun herausstellt, das gesamte Gelände verseucht hat. Die Grundstückseigentümer müssen nun zusehen, wie ihre Häuser stark an Wert verlieren und zudem teure, aufwändige Sanierungskosten auf sie zukommen. Und das, wo doch einigen bereits jetzt das Wasser bis zum Halse steht. Auch Kühns finanzielle Lage ist nicht rosig, so wichtig wäre für ihn die im Raum stehende Beförderung. Doch auch sonst ist Kühns Leben in Schieflage: Erst seit kurzem arbeitet er wieder nach seinem Burnout; seine Frau verhält sich seltsam. Kühn vermutet eine Affäre. Er selbst soll dringend zu einem Facharzt, da er womöglich an Krebs erkrankt ist. Aber Kühn schiebt den Besuch beim Arzt auf. Schließlich ist er es, der leichtfertig seine Frau mit einer Kollegin betrügt. Was eigentlich so gar nicht Kühns Art ist. Und dann ist da eben noch dieser neue Fall: Ein jugendlicher Kleinkrimineller libanesischer Herkunft wird tot an der Haltestelle aufgefunden, brutal zu Tode geprügelt. Die Ermittlungen führen Kühn in den Nobelvorort Grünwald zu einer angesehenen, sehr reichen und wohltätigen Familie. Eine perfekte Familie, die in einer heilen Welt lebt, so ganz anders als Kühn es kennt. Als Kühn aber einen Blick hinter die makelose Fassade der Familie wirft, merkt er, dass sie nur scheinbar sorgenlos und perfekt ist. In Wirklichkeit sieht es ganz anders aus.

Jan Weiler beschreibt sehr genau die unterschiedlichen Gesellschaftsschichten und führt sie gewitzt vor. Auch wenn 'Kühn hat Ärger' ein Krimi ist, so geht der Humor nie verloren. Sehr unterhaltsam, aber eben auch spannend, wie es sich für einen guten Krimi gehört.

Sarah Ulbrich

 

 

___________________________________

 

 

 

Herzerwärmend:

Gregor ist 14 Jahre alt und tickt etwas anders. Er liebt schrille Klamotten und legt einen außergewöhnlichen Ordnungssinn an den Tag. Als seine Mutter einen Unfall hat, wird er bei deren Schwester und ihrem Mann aufgenommen. Das Ehepaar tut sich nicht leicht mit dem seltsamen Neffen. Doch Gregor begegnet allen Menschen mit entwaffnender Offenheit. Er freundet sich mit den Nachbarn an und plötzlich beginnen die Menschen wieder miteinander zu reden und aufeinander zuzugehen. Für jeden der Mitbewohner bringt Gregor positive Veränderungen und man kann gar nicht anders, als ihn ins Herz zu schließen.

Ein klein bisschen märchenhaft und sehr schön zu lesen.

Tine Griesbeck

 

 

___________________________________

 

 

 

Ein faszinierendes Debüt über eine außergewöhnliche Liebe